Ein paar kalte Nächte sind für einen Gartenteich normalerweise kein Problem. Auch eine dünne Eisschicht gehört im Winter einfach dazu. Kritischer kann es werden, wenn der Teich über längere Zeit komplett zufriert und kein ausreichender Gasaustausch mehr möglich ist.
Vor allem bei einem Teich mit Fischbesatz solltest Du deshalb ein paar Dinge im Blick behalten. Keine Sorge, Du musst Deinen Teich im Winter nicht ständig eisfrei halten. Mit der richtigen Vorbereitung kommen Fische und Teich normalerweise gut durch die kalte Jahreszeit.
Das Wichtigste bei Frost und Eis
1. Wann wird eine geschlossene Eisdecke zum Problem?
Dass Dein Gartenteich im Winter teilweise zufriert, ist erst einmal völlig normal. Problematisch kann es werden, wenn die Wasseroberfläche über längere Zeit vollständig geschlossen ist.
Im Teich werden auch im Winter organische Reste abgebaut. Laub, abgestorbene Pflanzenteile und Teichschlamm spielen dabei eine Rolle. Unter einer dauerhaft geschlossenen Eisdecke ist der Gasaustausch mit der Umgebung eingeschränkt. Je mehr organisches Material sich im Teich befindet und zersetzt wird, desto ungünstiger können die Bedingungen für die Teichbewohner werden.
Genau deshalb beginnt ein guter Winterschutz eigentlich schon im Herbst. Laub, abgestorbene Pflanzenreste und übermäßigen Teichschlamm solltest Du möglichst vor dem Winter entfernen.
Falls Du das noch vor Dir hast, findest Du die wichtigsten Arbeiten in unserer Herbst-Checkliste für den Gartenteich.
2. Was passiert mit den Fischen im Winter?
Mit sinkender Wassertemperatur werden auch Deine Fische ruhiger. Ihr Stoffwechsel fährt herunter und sie ziehen sich normalerweise in die tieferen Bereiche des Teiches zurück.
Das funktioniert, weil Wasser eine Besonderheit hat: Seine größte Dichte erreicht es bei ungefähr 4 °C. Deshalb kann sich am Grund eines ausreichend tiefen Teiches eine etwas wärmere Wasserschicht halten, während die Oberfläche bereits gefriert.
Diese Schichtung solltest Du im Winter möglichst wenig durcheinanderbringen. Die Fische brauchen jetzt vor allem Ruhe. Vermeide deshalb unnötige Arbeiten im Teich und störe die Tiere nicht in ihren tieferen Rückzugsbereichen.
Auch bei der Fütterung solltest Du Dich nach der Wassertemperatur, der Fischart und dem verwendeten Futter richten. Mit sinkenden Temperaturen wird immer weniger gefüttert. Bei sehr niedrigen Temperaturen wird die Fütterung bei vielen Teichfischen schließlich ganz eingestellt.
3. Eisfreihalter und Belüftung richtig einsetzen
Bei einem Gartenteich mit Fischbesatz kann es sinnvoll sein, einen kleinen Bereich der Oberfläche offen zu halten. Dafür gibt es einfache Eisfreihalter, die auf der Wasseroberfläche schwimmen.
Auch eine vorsichtig eingesetzte Teichbelüftung kann helfen. Wichtig ist dabei die Position. Den Ausströmer solltest Du im Winter nicht einfach an die tiefste Stelle des Teiches legen. Die aufsteigenden Luftblasen bewegen Wasser und können dadurch die unterschiedlichen Temperaturschichten stärker miteinander vermischen.
Besser ist eine flachere Position beziehungsweise ein Bereich näher am Rand. So unterstützt Du den Gasaustausch, ohne das Wasser am tiefsten Punkt unnötig umzuwälzen.
Bei kleinen oder flachen Teichen kann in längeren Frostperioden auch ein geeigneter Teichheizer sinnvoll sein. Was tatsächlich notwendig ist, hängt immer von Größe, Tiefe und Fischbesatz Deines Teiches ab.
4. Eine Eisdecke bitte nicht mit Gewalt öffnen
Der Teich ist komplett zugefroren und jetzt muss schnell ein Loch ins Eis. Der erste Gedanke ist dann vielleicht Hammer, Axt oder ein anderer schwerer Gegenstand.
Bitte nicht.
Wenn Du auf die Eisfläche schlägst, entstehen starke Druckwellen und Erschütterungen im Wasser. Gerade für die ruhenden Fische ist das unnötiger Stress.
Wenn Du eine Öffnung schaffen musst, gehe vorsichtig vor. Eine Möglichkeit ist, einen Topf oder Behälter mit heißem Wasser auf die Eisfläche zu stellen und das Eis langsam antauen zu lassen. Anschließend kannst Du einen Eisfreihalter einsetzen.
Heißes oder kochendes Wasser solltest Du dabei nicht einfach in größeren Mengen direkt in den Teich gießen. Es geht nur darum, das Eis vorsichtig zu öffnen.
5. Was passiert im Winter mit Pumpe, Filter und UV-C?
Ob Deine Teichtechnik den ganzen Winter läuft oder abgeschaltet wird, lässt sich nicht für jeden Gartenteich gleich beantworten. Das hängt von Deinem Teich, dem Fischbesatz und natürlich von der verwendeten Technik ab.
Wenn Du Pumpe, Filter oder UV-C-Gerät über den Winter außer Betrieb nimmst, solltest Du sie rechtzeitig vor stärkerem Frost reinigen und entsprechend den Herstellerangaben lagern.
Viele Teichpumpen werden frostfrei in einem mit Wasser gefüllten Behälter aufbewahrt. Dadurch können Dichtungen weniger leicht austrocknen. Ob das bei Deiner Pumpe genauso vorgesehen ist, solltest Du aber immer in der Anleitung des Herstellers nachsehen.
Filter werden normalerweise gründlich gereinigt und vor Frost geschützt. Auch empfindliche Teile eines UV-C-Gerätes dürfen keinen Frost abbekommen.
Wichtig ist vor allem eines: Warte mit dem Ausbau nicht bis zu dem Morgen, an dem plötzlich alles eingefroren ist. Ein Blick auf die Wettervorhersage erspart Dir hier einiges an Arbeit.
6. Pflanzen und Teichtiefe helfen beim Überwintern
Auch die Gestaltung Deines Gartenteiches spielt eine Rolle dabei, wie gut er durch den Winter kommt. Ein ausreichend tiefer Bereich bietet Fischen einen wichtigen Rückzugsort, wenn es an der Oberfläche kalt wird.
Bei Pflanzen musst Du nicht im Herbst alles radikal zurückschneiden. Einige Pflanzenstängel am beziehungsweise im Teich können den Gasaustausch unterstützen und gleichzeitig vielen kleinen Teichbewohnern als Winterquartier dienen.
Nicht winterharte Pflanzen gehören dagegen rechtzeitig aus dem Teich und an einen geeigneten frostfreien Platz.
Und wenn plötzlich starker Frost angekündigt ist?
Dann musst Du nicht gleich den ganzen Teich umbauen. Schau zuerst, ob alles vorbereitet ist.
Ist noch viel Laub auf der Wasseroberfläche, kannst Du es entfernen. Kontrolliere, ob frostempfindliche Technik geschützt ist. Bei Fischbesatz solltest Du außerdem darauf achten, dass bei einer längeren Frostperiode ein ausreichender Gasaustausch möglich bleibt.
Ist der Teich bereits zugefroren, lass Hammer und Axt im Schuppen. Öffne die Eisfläche bei Bedarf langsam und vorsichtig und setze anschließend einen Eisfreihalter oder eine geeignete Belüftung ein.
Unser Tipp: Die Winterpflege beginnt schon im Herbst
Je sauberer und stabiler Dein Teich in den Winter geht, desto weniger musst Du Dich bei Frost darum kümmern. Vor allem Laub, abgestorbene Pflanzenreste und größere Schlammablagerungen solltest Du deshalb nicht einfach bis zum Frühjahr im Wasser lassen.
Wenn Du Deinen Gartenteich noch auf die kalte Jahreszeit vorbereitest, schau Dir auch unsere Teich-To-Dos für den Herbst an. Dort gehen wir die wichtigsten Arbeiten Schritt für Schritt mit Dir durch.

